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GRÜN, GRÜN, GRÜN...

Mit Deka Aktuell Seide einfärben mit der "Wenig-Wasser-Technik"

Modefarben, das ist ein Thema, mit dem wir uns selten beschäftigen. Denn wenn man so viele Farben in der Umgebung hat, kann man sich Farbtöne aussuchen, die man wirklich möchte und in denen man sich wohl fühlt.

Nachdem ich aber kurz hintereinander in mehreren Artikel über die Farbe Grün gelesen („die Farbe der Hoffnung“, ist das nicht wunderschön?) und spätestens, nachdem ich eine von Kopf bis Fuß in Grün gekleidete Königin gesehen habe, hat auch mich dieses Thema erreicht.

Denn ich mag Grün. Nicht von Kopf bis Fuß, aber zum Beispiel als Farbtupfer für einen Schal, mit dem ich mein übliches Schwarz auffrische. Und Farbe der Hoffnung… wer braucht das nicht?

Ich habe einen Schal aus leichter Ponge05 Seide 180x45cm und die Farbe JADE verwendet.

Für das Färben und Bemalen von Seide nehme ich inzwischen am liebsten eine Reaktivfarbe, die eine Kaltfärbung ermöglicht.

Und zurzeit am liebsten DEKA Aktuell, weil ich damit einen Familienbetrieb, einen Traditionsbetrieb aus München unterstützen kann. Aber die Farbe ist überhaupt der Knaller!

  • Die Farbe ist preiswert
  • Die Farbe kann sowohl per Hand als auch in der Waschmaschine gefärbt werden
  • Die Farbe ist kochfest
  • Die Farbe kann wie eine Seidenmalfarbe verwendet werden
  • Man kann die Farbe prima mischen: sowohl von Farbton zu Farbton als auch von Dunkel nach Hell
  • Das Schwarz ist das schwärzeste Schwarz, das wir kennen
  • Die Stoffe bleiben weich
  • Wie Procion MX braucht es keine aufwändige Fixierung, man wartet einfach

Das Färben mit DEKA Aktuell geht blitzschnell:

Der Schal wird für etwa 20 Minuten im aufgelösten Reaktivsalz vorbereitet, dann gut ausgewrungen und in Farbbad gegeben, in dem es bis zum kommenden Morgen ruhen darf. Dann wird ausgewaschen, getrocknet und gebügelt.

Man braucht keine Hitze zum Färben (Batilkfarbe), die Seide bleibt wunderbar weich (im Gegensatz zur bügelfixierbaren Seidenmalfarbe).

Auch die aufwändige Fixierung einer dampffixierbaren Seidenmalfarbe können wir uns sparen.

  • Falls Sie Baumwolle oder Leinen färben möchten, benötigen Sie noch einfaches, nicht jodiertes Salz.
  • Falls Sie Seide f#rben möchten, benötigen Sie noch Essigessen.

Erster Schritt: Reaktivsalz und Farbe getrennt auflösen.

Das kann man zum Beispiel in sauber ausgekochten Gläsern durchführen (mit einem Tape leserlich mit Datum beschriften, denn wir werden nicht alle Farbe benötigen).

Ich mache das in praktischen 250ml-Flaschen, aus denen man nach Wunsch aufgelöste Farbe und Reaktivsalz entnehmen kann. Denn wir werden nicht alles für den Schal brauchen.

Reaktivsalz: 250ml warmes Wasser einfüllen, eine Ecke des Tütchens abschneiden, in die weite Öffnung rieseln lassen, verschließen. Vorsichtig schütteln, bis sich alles aufgelöst hat.

Farbe: genau so vorgehen, aber kaltes Wasser verwenden. Das ergibt ein Farbkonzentrat, das nach Wunsch verdünnt werden kann.

Lagerung: Farbe, die nicht mit dem Reaktivsalz in Kontakt gekommen ist, kann kühl und dunkel problemos ein Monat aufbewahrt werden. Das Reaktionsmittel jedes Mal neu anrühren.

Bitte bewahren Sie alles so auf, dass keine Verwechslung auftreten kann!

Zweiter Schritt: Das Vorbereiten der Seide mit Essigessenz

  • Nun das Etikett am Schal abschneiden!

Die Seide ist bereits vorgewaschen, so dass Sie gleich mit dem Säurebad loslegen könne. Dafür eine Schüssel mit Wasser füllen und mit etwa 25ml Essigessenz mischen. den Schal darin für rund 20 Minuten einweichen.

Gut auswringen.

Dritter Schritt: Das Färben der Seide in der "Wenig-Wasser-Technik"

  • Handschuhe anziehen!

Farbbad: Den Boden der nun leeren Schüssel mit Farbe bedecken, den Schal nach und nach in die Farbe drücken, wieder Farbe darauf geben usw. Wenn der Schal ganz von Farbe bedeckt ist (er soll nicht schwimmen, sondern gerade so mit Farbe bedeckt sein) für etwa einer Viertelstunde ruhen lassen.

Verbraucht habe ich für meinen Seidenschal nur etwa einen Fingerbreit des Farbkonznentrats.

Meinen Schal habe ich übrigens versehentlich rund 3/4 Stunden im Farbad gelassen und erst dann das Reaktivbad hinzugefügt. Das war kein Problem...

Reaktivbad: Den Schal kurz aus der Schüssel nehmen (nicht auseinander falten, sondern so belassen wie er ist), den Boden der Schüssel mit Reaktivlösung bedecken, den Schal wieder reindrücken. Und auch von oben Reaktivlösung auf den Schal geben. Gut durchdrücken, so dass die Lösung an alle Stellen kommt. Auch vom Reaktivbad habe ich nur einen guten Fingerbreit aus der Flasche entnommen.

Die Schüssel wird abgedeckt und ruht so bis zum nächsten Morgen.

Vierter Schritt: So lange kalt auswaschen, bis keine Farbe mehr austritt.

Aber zuerst: was bedeutet eigentlich "Wenig-Wasser-Technik"?

Für eine gleichmäßige Färbung braucht man immer so viel Wasser bzw. Färbbad, dass der Stoff gut darin schwimmen kann. Und man muss den Stoff regelmäßig in diesem Farbbad bewegen. Nur so bekommt man eine gleichmäßige Färbung.

Im Patchworkbereich hat sich eine ganz andere Technik, die "Low-Water-Immersion-Dyeing" schnell durchgesetzt. Mit dieser bekommt man sehr einfach wunderschöne Farbspiele auf den Stoff. Diese Ergebnisse beruhen darauf, dass unterschiedliche Farbpigmente verschieden schnell auf den Stoff wandern. Man sieht das auf dem Foto links, wo es heller und dunklere Stellen gibt. Besonders gut sieht man die Effekte auf dicht gewebten und etwas stärkeren Stoffen, wie z.B. dem Baumwollsatin.

Aber auch auf der feinen Seide ergeben sich dezente Farbspiele, wie man oben auf dem Detailfoto sieht. Es sind tatsächlich nur sehr dezente Farbunterscjhiede, die nicht wirklich auffallen, sondern den einfarbigen Schal nur interessanter machen.

  • Es handelt sich übrigens um die Farbe JADE.

Bei dem leichten Stoff ist der Schal schnell ausgewaschen. Anschließend kann man ihn zur Sicherheit noch mit einem Colorwaschmittel warm asuwaschen und liegend auf einem alten Handtuch trocknen lassen.